Auto & Verkehr

Inhaltsverzeichnis

 
© 1997 – 2014 Petra Grünendahl




Michael Schumacher mit dem Silbernen Lorbeerblatt geehrt

„Bei uns im Wirtschaftsministerium ist nie soviel los!“ – „Soviel Rummel hatten wir hier aber auch noch nicht,“ bemerkten zwei Mitarbeiter der Bonner Ministerien. Nicht nur die Pressefotografen tummelten sich im Verkehrsministerium (BMV), auch Mitarbeiter – nicht nur vom BMV, sondern auch einige von den umliegenden Ministerium – warteten mit Fotoapparaten bewaffnet auf den großen Star.

Formel-1-Star Michael Schumacher war zu Gast im BMV: Verkehrsminister Matthias Wissmann zeichnete den Rennfahrer mit dem Silbernen Lorbeerblatt aus, der höchsten Auszeichnung, die der Bundespräsident einem Sportler in Deutschland verleihen kann.
„Sie erhalten den Silberlorbeer als Würdigung Ihrer herausragenden sportlichen Leistungen, aber auch für das, was hinter diesen Triumphen steht: Disziplin, Trainingsfleiß und Kampfgeist“, lobte Verkehrsminister Matthias Wissmann den Formel 1-Weltmeister von 1994 und 1995.

Wissmann wollte die Auszeichnung jedoch auch als verstanden wissen als Würdigung von Schumachers Vorbildfunktion als „Botschafter positiver Werte“ bei der Jugend und im Ausland. Stolz strahlte der Geehrte in die Kameras der Fotografen und bedankte sich für die Auszeichnung.

Auch Schumachers Engagement für Verkehrssicherheit und die Verkehrserziehung vor allem junger Menschen, wie die Aktion „Kindersitze find‘ ich spitze“, die der Rennfahrer, selbst Vater einer kleinen Tochter, als Schirmherr unterstützt, ließ der Minister nicht unerwähnt.

Einige Fans im Ministerium opferten für die Schumacher-Visite ihre Mittagspause und ließen es sich nicht nehmen, dabei zu sein.

Mancher kam trotz Urlaub ins Ministerium, Schumis größter Fan im BMV (Foto) gar im roten Ferrari-Shirt mit Schumacher-Fahne.

Auch der eine oder andere Autogrammjäger aus dem Ministerium kam auf seine Kosten, selbst wenn dies wegen Schumachers Bodyguards nicht ganz einfach war.

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Fehler beim Einbau und falsches Angurten gefährden Kinder erheblich

Die meisten Eltern sind sich der Fehler, die sie bei der Sicherung ihrer Kinder machen, gar nicht bewußt. Sie unterschätzen zudem die teilweise enormen Sicherheitseinbußen durch die falsche Sicherung.

Bei fast zwei Drittel aller in Kindersitzen gesicherten Kindern werden zum Teil gravierende Fehler beim Einbau der Sitze oder beim Angurten der Kinder gemacht. Das hat eine Studie des Münchener Instituts für Fahrzeugsicherheit im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), die von Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann in Auftrag gegeben wurde, herausgefunden.

Was machen Eltern falsch, wenn sie ihre Kinder in Kindersitzen sichern? Die Hauptfehler: schlecht im Fahrzeug befestigte Sitze, falscher Gurtverlauf, zu lockere Gurte in den Kindersitzen, zu hoch positioniertes Gurtschloß, Gurt unter dem Arm verlaufend (bei Sitzerhöhungen). Je nach Kinderschutzsystem sind Fehlerquoten von bis zu 90 Prozent zu beobachten.

Vielen Eltern muß ein schlechtes Zeugnis ausgestellt werden: Sie wissen meist gar nicht, daß sie bei der Kindersicherung etwas falsch machen und meinen, daß selbst grobe Fehler die Sicherheit nur minimal beeinflussen. Diese „Scheinsicherheit“ – das haben Crash-Tests mit falsch eingebauten Sitzen ergeben – kann bei einem Unfall gefährlich werden.

Sitze sind unbequem und nicht geeignet zum Spielen

Je jünger die Kinder sind, desto positiver beurteilen sie den Kindersitz. Über alle Altersgruppen hinweg wünschen sich Kinder mehr Komfort für Schlafen und langes Sitzen.

Außerdem sollten aus ihrer Sicht Kindersitze geeignet sein für Aktivitäten wie Lesen, Malen oder Essen.

Ältere Kinder (10 und 11 Jahre) lehnen Schutzsysteme häufig ab und sichern sich lieber alleine mit dem Erwachsenengurt, was für diese Altersgruppe ein gefährlicher Leichtsinn ist.

Mehr als 600 Kindergarten- und Schulkinder hatte der Forschungspartner der Münchener Wissenschaftler, das „Institut für Angewandte Psychologie“, zum Thema befragt.

In der Schule scheint Sicherheit im Auto kaum eine Rolle zu spielen. Lediglich sechs Prozent der Schulkinder im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren gaben an, von den Lehrern schon einmal etwas über dieses Thema erfahren zu haben.

Eigene Kinder werden besser gesichert als fremde

Die Erwachsenen, die regelmäßig fremde Kinder im Auto mitnehmen, gehen wesentlich sorgloser mit deren Sicherheit um; sie werden nicht nur seltener, sondern auch schlechter gesichert als die eigenen Kinder. Über ein Drittel dieses Personenkreises gab an, fremde Kinder manchmal nur mit dem Erwachsenengurt oder gar nicht zu sichern.

Leichtsinn, unzureichende Kenntnisse und falsche Annahmen über die korrekte Kindersicherung auf der einen Seite, mangelndes Vertrauen in die Schutzwirkung von Kindersitzen auf der anderen Seite sind Gründe für die oftmals falsche Sicherung der Kinder im Fahrzeug.

Für die Untersuchung waren auch über 800 Eltern interviewt worden, denn diese sind letztendlich für die richtige Kindersicherung verantwortlich.

Realunfälle zeigen: Erwachsenengurt für Kinder ungeeignet

Kinder in altersgerechten Sitzen bleiben in der Unfallpraxis wesentlich häufiger unverletzt (41,5 Prozent) als Kinder, die nur mit dem Dreipunktgurt (8,4 Prozent) gesichert sind.

Nur 11 Prozent der in Schutzsystemen gesicherten Kinder erleiden schwere Verletzungen, dagegen fast 27 Prozent der im Dreipunktgurt gesicherten.

Damit erhärtet das reale Unfallgeschehen die Erkenntnisse, die zuvor aus Crash-Tests gewonnen wurden.

Durch eine neue Datenbank mit Unfällen von im Auto gesicherten Kindern, die für das Projekt „Verbesserung des Schutzes von Kindern in Pkw“ aufgebaut worden war, hatten die Unfallforscher Zahlen aus dem realen Unfallgeschehen zur Verfügung, wie sich die Art und Qualität der Sicherung auf die Verletzungen von Kindern auswirken.

Immerhin konnten aus der Unfalldatenbank 448 Pkw-Unfälle mit 593 gesicherten Kindern selektiert und ausgewertet werden.

Bei den Kindersitzen der Gruppe I für Kinder von 9 bis 18 Kilogramm Gewicht schneiden die Fangkörpersysteme in der Unfallpraxis (vor allem bei Frontalkollisionen) besser ab als die weitaus gebräuchlicheren Systeme mit Hosenträgergurten.

Das hat unterschiedliche Gründe: Bei Hosenträgersystemen hat das Kind häufig nur einen geringen Abstand zur Vordersitzlehne, der bei einer Schlafstellung noch ungünstiger wird. Deshalb kann es bei einem Unfall zu Bein- und Kopfverletzungen kommen. Außerdem bieten Hosenträgersysteme beim Einbau ins Auto und beim Angurten des Kindes mehr Fehlermöglichkeiten, die die Schutzwirkung reduzieren.

Wie kann die Sicherung von Kindern im Auto verbessert werden?

Aufgrund der aus der Studie gewonnenen Erkenntnisse wurden gemeinsam mit einem Beraterkreis von Fachleuten 60 Empfehlungen formuliert.

Nicht nur für Eltern und Kinder, sondern auch für die Hersteller von Kindersitzen, die Automobilindustrie sowie die europäischen Normungsgremien. Die Kindersitzhersteller beispielsweise sollten die Bedürfnisse der Kinder beim Design berücksichtigen und die Handhabung für die Eltern wesentlich vereinfachen, um Fehlbedienung auszuschließen.

Außerdem muß der Seitenschutz der Sitze verbessert und in künftige Prüfvorschriften aufgenommen werden, denn die Untersuchung von Realunfällen mit Kindern im Auto hat die Gefährlichkeit des Seitencrashs untermauert.

Die Autoindustrie ist aufgefordert, die mögliche Gefahr durch den Beifahrerairbag für das Kind schnell und technisch optimal zu beheben.

Für ganz hartnäckige Autofahrer, die Kinder während der Fahrt nicht sichern, sollte statt des Verwarnungsgeldes von 40 Mark ein Bußgeld von 80 Mark und ein Punkt im Flensburger Verkehrszentralregister verhängt werden.

Nach Ansicht der Münchener Unfallforscher ist die Lösung des Problems „falscher Sitzeinbau im Auto“ mit ISOFIX, einer festen Steckverbindung zwischen Auto und Rückhaltesystem, schon gefunden. Die Vorschläge zur internationalen Normung sind abgeschlossen; es ist aber fraglich, ob sich eine einzige Norm weltweit durchsetzen läßt.

Unabhängig davon sollte das ISOFIX-System dennoch schnellstmöglich bei neuen Autos und Kindersitzen eingeführt werden. Ein im Rahmen der Studie durchgeführter Test mit 150 Teilnehmern bestätigte nämlich die „Narrensicherheit“ von ISOFIX. Während bei herkömmlichen Kindersitzen zwischen 60 und 80 Prozent der Erwachsenen Einbaufehler machten, waren es bei ISOFIX nur vier Prozent.

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Frust und Warteschlangen bei den Zulassungsstellen

Vier Millionen Autos werden „umgeschlüsselt“ – gegen Gebühr

Vor einer Steuerersparnis durch den umgeschlüsselten Pkw stehen – so NRW-weite, vermutlich sogar bundesweite Praxis bei den Zulassungsstellen – erst einmal Gebühren in Höhe von 21,50 Mark. Das frißt bei dem einen oder anderen die Rückerstattung der zuviel (weil im voraus gezahlten) Kfz-Steuer zunächst einmal wieder auf.

¨rger haben die Autofahrer, die ihren Wagen „umschlüsseln“ lassen wollen, um in eine günstigere Steuerklasse zu rutschen, mehr als reichlich. Nicht nur des Geldes wegen, welches die Zulassungsstelle dem Pkw-Besitzer abknöpft, sondern auch wegen der Warteschlangen auf Prüfstellen und Behörden.

Mit der Neuordnung der Kfz-Steuer, die nicht mehr nur nach Hubraum, sondern nach Schadstoffausstoß berechnet wird, brachte der Gesetzgeber Hersteller und Behörden in Schwierigkeiten. Entscheidend für die Einstufung ist die „Schlüsselnummer zu 1“.

Mindestens vier Millionen Wagen, die seit Herbst 1994 zugelassen wurden, erfüllen jedoch strengere Abgasnormen, als die Schlüsselnummer in ihren Fahrzeugpapieren aussagt, da es die „günstigen“ Schlüsselnummern erst seit kurzem (Euro 2 seit März 1995, Euro-3 und Euro-4 gar erst seit Mai dieses Jahres) gibt. Folglich hat zum 1. Juli der Run auf die Zulassungsstellen eingesetzt von den Millionen Autofahrern, die von mittlerweile ihren Herstellern Bescheinigungen über einen niedrigeren Schadstoffausstoß in Händen halten.

Denn auch wenn das Umschlüsseln zunächst Geld kostet: Spätestens im zweiten Jahr lohnt sich die „Investition“. Ein „umgeschlüsselter“, schadstoffarmer Wagen ist zudem besser zu verkaufen.

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Leichtsinn: Viele Eltern sichern ihre Kinder im Auto nicht richtig

Vierzig Prozent der 354 Kinder, die im vergangenen Jahr auf Deutschlands Straßen tödlich verunglückten, kamen in Pkws ums Leben.

Insgesamt ist der Trend zwar rückläufig, jedoch verunglücken immer noch zu viele Kinder im Straßenverkehr. Im Westdeutschland sank die Zahl der tödlich verunglückten Kinder von 2.167 im Jahr 1970 auf 259 im vergangenen Jahr, in Ostdeutschland sank die Zahl seit 1990 von 199 Toten auf 95.

Traurig genug ist jedoch die Gesamtbilanz: 48.529 Kinder verunglückten 1996, neben 354 Toten gab es dabei 35.956 Leicht- sowie 12.210 Schwerverletzte.

Daß Kinder, die jünger sind als 12 Jahre oder unter 1,50 Meter groß, seit dem 1. April 1993 im Auto nur mit speziellen Rückhaltesystemen mitgenommen werden dürfen, hat sich anscheinend noch nicht zu allen Eltern rumgesprochen, wie Johannes Nitsch, Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium, auf einer Pressekonferenz in Berlin erklärte: „Zu viele Kinder werden nur durch den Gurt gesichert und nicht mit geeigneten Kindersitzen. Dies gilt vor allem für Kinder ab 5 Jahren: Nur 25 Prozent werden im Westen (im Osten 35 Prozent) innerorts richtig gesichert. Außerdem werden oft ungeeignete Sitze verwendet oder der Gurt zu lose angelegt. So sind Kinder bei Unfällen nicht effektiv geschützt, es entstehen zusätzliche Verletzungsgefahren.“

Auch als Radfahrer sind Kinder im Straßenverkehr größeren Gefahren ausgesetzt als Erwachsene. Da es den Kleinen an Übersicht und Routine fehlt, werden sie leichter in Unfälle verwickelt. Kinder, die bei einem Fahrradunfall keinen Helm tragen, sind überdurchschnittlich gefährdet.

Im Westen trugen 1995 nur 60 Prozent der unter Sechsjährigen einen Fahrradhelm, im Osten sogar nur 31 Prozent. Bei den Sechs- bis Zehnjährigen, viel mobiler und mehr unterwegs als jüngere Kinder, lagen diese Quoten nur noch bei 39 bzw. 18 Prozent. Rund ein Fünftel, nämlich 77 der 354 tödlich verunglückten Kinder, kam bei der Fahrt mit dem Fahrrad ums Leben.

Verletzungs- und Todesursache Nummer eins ist demnach für Kinder im Straßenverkehr weniger die eigene Unerfahrenheit, sondern die Bequemlichkeit und der Leichtsinn der eigenen Eltern.

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„Bewußter fahren zahlt sich aus“ – Verhaltenstraining für Fahranfänger

Gemessen an ihrer Verkehrsbeteiligung verunglücken überdurchschnittlich viele junge Menschen als Kraftfahrer.

Zwar stellen die 1996er Zahlen der getöteten und verletzten Unfallopfer in der Altersgruppe der 18- bis 24jährigen schon eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr dar – die Zahl der Verunglückten sank um 5 Prozent, Zahl der Getöteten um sogar 9 Prozent -, jedoch ist ihr Anteil an der Gesamtzahl noch immer viel zu hoch: 8 Prozent der Bevölkerung sind zu 22 Prozent an Verkehrsunfällen beteiligt.

Das Trainingsprogramm „Bewußter fahren zahlt sich aus“, welches der TÜV Süddeutschland zusammen mit der HUK-Coburg auf die Beine gestellt hat, soll Fahranfänger nach Erwerb des Führerscheins schulen, um typisches Fahranfängerverhalten und typische Anfängerfehler bewußt zu machen und zu korrigieren.

„Nicht angepaßte Geschwindigkeit, Vorfahrtsfehler und unzureichender Sicherheitsabstand“, machte Johannes Nitsch, Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium, als häufigste Unfallursachen bei jungen Pkw-Fahrern aus. Tatsächlich neigen junge Pkw-Fahrer dazu, ihre Fähigkeiten zu überschätzen und risikobereiter zu fahren, obwohl sie die Gefahren noch nicht richtig einschätzen können – mangelnde Erfahrung und Fahrpraxis und damit die verbundene Fehleinschätzung von Verkehrssituationen sowie ein trügerisches Sicherheitsgefühl halt!

Dem soll das Verhaltenstraining „Bewußter fahren zahlt sich aus“ abhelfen. Fahranfänger, die ihr Fahrzeug bei der HUK-Coburg versichern, können an diesem Verkehrssicherheits-Programm teilnehmen.

„Im Mittelpunkt unseres Programms stehen die persönlichen Voraussetzungen des Fahranfängers und sein Weg zum bewußten Fahren“, erklärte Dr. Peter Hupfer, Vorstandsmitglied der TÜV Süddeutschland AG.

Die Aufarbeitung ihrer bisherigen Fahrerlebnisse in der Gruppe soll das (Gefahren-)Bewußtsein der Fahranfänger sensibilisieren und sie besser darauf vorbereiten, Gefahren zu erkennen und vorauszusehen.

Von Experten entwickelt und von qualifizierten Programmleitern des TÜV durchgeführt, finden die Schulungen – drei Veranstaltungen à drei Stunden – in kleinen Gruppen statt, um eine ganz persönliche Betreuung und einen hohen Qualitätsstandard zu gewährleisten.

Die Kosten für dieses Schulungsprogramm betragen 495 Mark, die der Teilnehmer jedoch in Form von Beitragsnachlässen bei der HUK-Coburg vergütet bekommt. In der Schadenklasse S 0, in der Führerschein-Neulinge eingestuft werden, wenn sie erstmal ein Auto versichern, spart der Teilnehmer des Kurses 50 Prozent des S 0-Beitrages in der Haftpflicht-Versicherung und zahlt statt 260 Prozent des Beitrages 130 Prozent.

Beginnt der Vertrag in der Schadenfreiheitsklasse SF ½, weil beispielsweise der Versicherungsnehmer schon drei Jahre seinen Führerschein hat, wird die Ersparnis auf mehrere Jahre verteilt: Im ersten Jahr spart der Kursteilnehmer 20 Prozent, im zweiten Jahr, in der Klasse SF 1, spart er vom dann geltenden Beitrag 15 Prozent, in SF 2 spart er 10 Prozent sowie in Klasse SF 3 noch einmal 5 Prozent. Das ergibt immer noch eine Ersparnis von 50 Prozent.

Erklärte Zielgruppe dieses Programms sind alle jungen Fahrer, die für ihr Fahrzeug eine Haftpflichtversicherung abschließen wollen.

Nicht jeder Führerschein-Neuling kann sich aber gleich ein eigenes Auto leisten, ganz zu schweigen von der nötigen Versicherung. Auch sind nicht alle Eltern willens oder in der Lage, ihren Sprößlingen zum bestandenen Führerschein gleich ein Auto vor die Tür zu stellen.

Die ersten Fahrversuche machen diese jungen Leute im Auto ihrer Eltern – ohne die (finanziellen) Möglichkeiten auf ein solches Trainingsprogramm, welches die HUK-Coburg in der ersten Pilotphase nur ihren eigenen Versicherten und Neukunden anbieten wird. Ab etwa Mitte 1999 soll dieses Programm allen Fahranfängern offenstehen.

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Alte Autos – alles Müll?

Bislang waren sie in ihren Garagen oder in alten Scheunen vor den Zugriffen des Staates sicher: stillgelegte Automobile. Das wird ab 1998 anders.

Bislang konnten Autobesitzer problemlos abgemeldete Fahrzeuge auf privatem Gelände unterbringen. Das soll sich ändern mit einer neuen „Altauto-Verordnung“, die der Bundesrat kürzlich verabschiedete. Ziel dieser Verordnung ist es, möglichst geschlossene Materialkreisläufe zu entwickeln: Nach entsprechender Aufbereitung sollen „Abfallprodukte“ wieder in die Produktion einfließen, eine durchdachte „Kreislaufwirtschaft“ an die Stelle der „Wegwerfmentalität“ treten.

Der letzte Eigentümer muß nach dieser Verordnung bei der Abmeldung, sofern sie über ein Jahr dauert (im Behördendeutsch: „endgültige Stillegung“, auch wenn es sich nur um eine Stillegung auf unbestimmte, längere Zeit handelt), einen sogenannten „Verwertungsnachweis“ erbringen. Eine an sich gute und sinnvolle Maßnahme, um der „wilden Entsorgung“ von Autowracks am Straßenrand Herr zu werden.

Da aber nicht jedes endgültig abgemeldete Fahrzeug verschrottet werden soll, birgt diese Regelung Probleme. Auf die Besitzer von Oldtimern, Restaurationsobjekten oder „Ersatzteillagern“ kommen da einige bürokratische Hürden – sie müssen eine „Erklärung über den Verbleib“ ausfüllen – und Kosten zu, denn natürlich wird für diese Erklärung eine Gebühr von 10 Mark fällig. In der „Erklärung über den Verbleib“ macht der Besitzer Angaben über den genauen Lagerort und den Grundstückseigentümer. Muß das langfristig abgemeldete Auto wegen Garagenkündigung, Verkauf oder ähnliche Umstände den Standort wechseln, wird eine erneute „Erklärung über den Verbleib“ fällig und – natürlich weitere 10 Mark (das ist ja schon eine Verbesserung, denn ursprünglich waren 50 Mark im Gespräch gewesen – Anm. der Red.).

Schwierig wird für die „Altauto-Besitzer“ auch die ordnungsgemäße Unterbringung ihrer Vehikel. Zwar erfüllen die meisten Oldtimer die behördlichen Anforderungen, jedoch nur die wenigsten Stellplätze. Da nützt auch der Hinweis wenig, daß selbst Neuwagen nicht immer in genormten Garagen nach gültiger Bauvorschrift untergebracht sind. Deren Besitzer werden schließlich (noch) nicht kontrolliert.

Die „Erklärung über den Verbleib“ kommt aber einer Meldepflicht für stillgelegte Autos gleich, die zu Kontrollbesuchen des Ordnungsämter an den Lagerorten führen könnten. Die oft zitierte Bauernscheune als Dauer-Unterschlupf für alte Schätzchen dürfte damit bald der Vergangenheit angehören.

Fahrzeuge, die älter als 25 Jahre sind, sind von dieser Regelung ausgenommen: Weder wird hier der „Verbleibensnachweis“ gefordert noch muß ein Standortwechsel den Behörden gemeldet werden. Youngtimer, die zu Restaurierungszwecken aufbewahrt werden, einmal Oldtimer werden sollen oder als Ersatzteillager dienen, haben jedoch schlechte Karten: Sie fallen unter die neue Verordnung und sind als „Abfall“, um nicht zu sagen „Sondermüll“ wegen eventueller Öl- oder Treibstoffrückstände, fachgerecht zu entsorgen.

Gleichzeitig mit der Altauto-Verordnung wird eine Selbstverpflichtung der Autoindustrie gültig, künftig Altwagen ihrer Marke kostenlos zurückzunehmen. Jedoch gilt diese Zusage nur für Fahrzeuge bis zu einem Alter von 12 Jahren, die zudem erstmals nach Inkrafttreten der Verordnung zugelassen werden. Die 40 Millionen Autos, die bereits in Deutschland zugelassen sind, müssen die Eigentümer auf ihre Kosten entsorgen.

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Viele Kinder im Auto nicht richtig gesichert

Die Zahl der Kinder, die im Straßenverkehr tödlich verunglücken, ist seit einigen Jahren rückläufig. Verunglückten 1970 noch 2.167 Kinder tödlich, so waren es 1995 nur noch 291. Dies ist u. a. auf die Einführung der gesetzlichen Sicherungspflicht für Kinder im Auto im Jahr 1993 zurückzuführen.

Trotz der positiven Entwicklungen der letzten Jahre sterben aber mehr Kinder als Mitfahrer im Auto denn als Fußgänger oder Radfahrer. Zu viele Kinder werden im Auto noch immer nicht ausreichend gesichert: Nur mit Erwachsenengurt anstelle altersgerechter Rückhaltesysteme. Gravierende Fehler beim Einbau der Sitze oder der Sicherung der Kinder im Sitz, so eine vom Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann in Auftrag gegebenen Studie, tragen zur Gefährdung der Kinder bei.

Auch mit fortschreitendem Alter gehen die Eltern sorgloser mit der Sicherheit ihrer Kinder um. Wird von den unter 6jährigen noch die überwiegende Mehrheit in Kindersitzen befördert, so ist die Nutzungsquote für die 7- bis 11jährigen schon deutlich niedriger.

Auch ergab die Studie eine Unzufriedenheit der Kinder mit den Sitzen: zu unbequem und ungeeignet für Aktivitäten wie lesen, malen und essen, Dinge mit denen sich Kinder gerade auf längeren Touren die Zeit vertreiben können. Hier sollte die Industrie mehr auf die Bedürfnisse der Kinder – und der Eltern, denen auf langen Touren die lieben Kleinen auf den Geist gehen – tun.

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Abenteuer auf der Autobahn

Eigentlich sollte jeder Autofahrer aus seiner täglichen Übung in der Praxis Bescheid wissen, wie man sich auf Autobahnen zu verhalten hat. Doch gerade in der Ferienzeit geht es auf Autobahnen mitunter abenteuerlich zu. Fast wie Sonntagsfahrer auf freier Wildbahn muten sie an, die notorischen Linksfahrer ebenso wie die Spaziergänger an der Leitplanke.

Wilder Westen auf Deutschlands Straßen – was manch einer im „richtigen Leben“ nie machen würde: Auf der Fahrt in den Urlaub ist alles vergessen. Hauptsache, ich komme so schnell wie möglich an meinen Urlaubsort. An die Gefahren für sich und andere denkt keiner.

Das beginnt beim Auffahren auf die Autobahn. Voll beladen ist der Wagen schwerfälliger, beschleunigt langsamer. Frühzeitig nach einer Lücke zum Einfädeln suchen und Gas geben. Reicht die Auffahrt nicht aus, können Sie auf dem Standstreifen weiterfahren bis Sie gefahrlos Einfädeln können.. Das ist allemal besser als ein Start aus dem Stand, der gefährlich ist und schnell zu Vollbremsungen und Stau führt.

Andererseits muß auch der Fahrer auf der rechten Spur nicht unbedingt auch noch Gas geben, wenn er sieht, daß vor ihm ein Auto von der Auffahrt her einfädeln will.

Schwimmt man erst einmal im Verkehrsstrom auf der linken Spur mit, vergessen viele das Rechtsfahrgebot. Fahrzeugkolonne links, gähnende Leere rechts, das fördert nicht gerade die Verkehrssicherheit, zumal wenn die Abstände zwischen den Autos auf der linken Spur immer kleiner werden.

Die rechte Spur ist zum Fahren, die linke nur zum Überholen. Wer stur auf der linken Spur bummelt, darf mit dem Blinker zum Spurwechsel aufgefordert werden. Zu dichtes Auffahren oder rechts überholen sind jedoch verboten.

Auch sollten Sie sich vergewissern, daß der „Schleicher“ vor Ihnen langsamer ist als der Verkehr auf der mittleren / rechten Spur. Wenn er nämlich überholt, braucht er Sie nicht vorbeizulassen, bloß weil er nicht noch schneller fahren kann oder will und Sie noch etwas eiliger haben als er.

Gerade im Kolonnenverkehr wird der Abstand auf den Vordermann, zudem läßt die Aufmerksamkeit durch das monotone Fahren etwas nach. Vorsicht, gerade hier müssen Sie aufpassen. Wenn Ihr Vordermann plötzlich bremst und Sie auffahren, dann haben Sie schlechte Karten. Und selbst wenn die Vollbremsung nützt: Wie geschickt ist Ihr Hintermann. Selbst wenn er Schuld am Zusammenstoß ist: Ein Unfall bringt nichts als Ärger, Kosten und Lauferei! Auch für Sie!

Also halten Sie besser Abstand. „Halber Tacho“, also bei Tempo 140 dürfen es 70 Meter sein. Orientierungshilfe geben die schwarz-weißen Begrenzungspfähle, die am Fahrbahnrand in 50 Meter Abstand stehen.

Oder fixieren Sie einen Punkt, den Ihr Vordermann gerade passiert hat und zählen Sie langsam „einundzwanzig, zweiundzwanzig“: Wenn Sie jetzt diesen fixierten Punkt passieren, reicht der Abstand aus.

Verringern sich Abstände und Tempo, wächst die Staugefahr. Aber selbst mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h kommen sie auf der Autobahn immer noch schneller voran als auf den Landstraßen, die schnell „dicht“ sind.

Wenn Lkws in größerer Anzahl von der Autobahn abfahren, können Sie mit einem Stau rechnen. Da Brummifahrer über ihre „CB-Funk-Kette“ oft über 30 km im Voraus Bescheid wissen, ist eine größere Zwangspause auf der Autobahn zu erwarten.

Wenn Sie die Autobahn verlassen, folgen Sie den blauen numerierten Umleitungsschildern.

Haben Sie den Stau vor sich, fahren Sie langsam an das Stauende heran und warnen Sie den nachfolgenden Verkehr mit dem Warnblinker.

Kommt der Verkehr zum Stillstand, sollten Sie an die Gasse für Rettungsfahrzeuge gedacht haben. Lassen Sie zwischen der linken und der mittleren Spur Platz für Polizei und Krankenwagen.

Die Zündung können Sie beim Parken auf der Autobahn ruhig ausschalten, auch wenn das Radio ausgeht und die Klima-Anlage ihren Dienst versagt. Das verbessert nicht nur die Luftqualität – bei Sonnenschein und Hitze wollen Sie auch im Stau nicht unbedingt die Fenster schließen -, sondern auch Ihren Motor.

Auch wenn es im Stau verlockend ist: Auf den Standstreifen ausweichen und an der nächsten Ausfahrt rausfahren ist verboten: Eilige Autofahrer kassieren mindestens drei Punkte in Flensburg und eine saftige Geldstrafe.

Ebenfalls verboten: Abfahren von der Autobahn über Tankstellen, Rast- und Parkplätze, über Wege der Autobahnmeisterei sowie die Benutzung der Rettungsgasse.


logo_auto.de© 1997 – 2001 Petra Grünendahl
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