Bewerbungstipps

Von PETRA GRÜNENDAHL, 1997

Hier finden Sie einige Tipps zu den Themen



Die schriftliche Bewerbung

Denken Sie daran: Die Bewerbung ist eine Werbung in eigener Sache!!! Werben Sie für sich!!!

Eine Bewerbung besteht aus

  • einem Anschreiben,
  • einem tabellarischen Lebenslauf mit Lichtbild (möglichst vom Fotografen),
  • chronologisch eingehefteten Zeugnissen sowie
  • ggf. Arbeitsproben.

Das alles auf weißem, einseitig beschrifteten Papier im DIN A 4-Format.

Sie schreiben am besten mit Schreibmaschine oder PC.

Eingelegt werden die Unterlagen in eine Bewerbungsmappe.

Versenden sollten Sie sie per Post mit ausreichendem Porto in einem DIN B 4- oder DIN C 4-Umschlag.

Adressieren Sie den Brief an den zuständigen Personalsachbearbeiter, sofern der Ihnen bekannt ist. Achten Sie darauf, daß Sie den Namen, die Firmenbezeichnung und die Anschrift korrekt schreiben.

 


Die Einleitung

Jeder Journalist muß seine Leser mit dem ersten Satz neugierig machen und zum weiterlesen „verführen“. Genau dasselbe gilt für Personalsachbearbeiter oder Chefs. Stereotype Formulierungen wie „Hiermit bewerbe ich mich um …“ oder „Ich beziehe mich auf Ihre Anzeige …“ sind schlicht langweilig.

Hier ein paar Vorschläge:

  • durch Ihre Anzeige in der … bin ich auf die von Ihnen ausgeschriebene Position des … aufmerksam geworden.
  • Sie suchen …. Ich bin ….
  • mit Interesse habe ich Ihre Anzeige in der … gelesen. Sie beschreiben eine berufliche Aufgabe, die mich sehr interessiert.
  • ich schicke Ihnen heute meine Bewerbungsunterlagen, weil die ausgeschriebene Position als … ganz meinen Vorstellungen und Zielen entspricht. Hier könnte ich meine Fähigkeiten und Kenntnisse zum Einsatz bringen.
  • wie ich Ihnen bereits am … telefonisch mitgeteilt habe, bin ich an einer Mitarbeit als … in Ihrem Unternehmen interessiert und sende ich Ihnen hiermit meine Bewerbungsunterlagen.

 

Der Mittelteil

Im Hauptteil liefern Sie dem Leser die Informationen, die wirklich wichtig für Ihre Bewerbung sind. Stellen Sie kurz dar, warum Sie sich auf diese Stelle bewerben und warum ausgerechnet Sie der ideale Bewerber sind. Vermitteln Sie, warum gerade Sie ins Anforderungsprofil der Firma passen.

 

Der Abschluß

Der letzte Satz klingt immer noch ein paar Momente im Gedächtnis nach. Nutzen Sie dies, indem Sie einen freundlich-verbindlichen Schlußton setzen.

  • Überzeugen Sie sich bitte in einem Gespräch von meiner Qualifikation.
  • Ein persönliches Gespräch wird Ihnen die Bestätigung geben, daß ich Ihrem Anforderungsprofil entspreche.
  • Ich hoffe, Ihr Interesse geweckt zu haben, und würde mich sehr über die Gelegenheit freuen, mich Ihnen persönlich vorzustellen.
  • … und außerdem möchte ich auch gerne wieder in … arbeiten und wohnen.
  • Wenn nach den Gehaltsvorstellungen gefragt wurde (aber auch nur dann!!!), bietet sich auch folgender Schlußsatz an:
    Meine Gehaltsvorstellungen würde ich gerne bei einem persönlichen Gespräch mit Ihnen klären. Über einen Vorstellungstermin freue ich mich.

 

ÜBRIGENS:

Sie sollten die Bewerbung so schreiben, als hätten Sie Ihr ganzes Leben bisher darauf ausgerichtet, gerade diese Stelle in diesem Unternehmen zu kriegen.



Der Lebenslauf

Wie stelle ich meinen Werdegang übersichtlich dar


Gefragt ist in aller Regel ein tabellarischer Lebenslauf, da aus diesem recht übersichtlich der Werdegang des Bewerbers zu erkennen ist.

Sie schreiben ihn am besten mit Schreibmaschine oder – besser – am PC.

„Den korrekten Lebenslauf“ gibt es nicht, aber einige Leitlinien sollten Sie als Bewerber schon beachten.

Der Lebenslauf sollte möglichst knapp gehalten werden: eine Seite bis maximal zwei, wenn Sie viel „Inhalt“ im Lebenslauf unterzubringen haben.

 

Das Foto

Wichtig! Nehmen Sie ein Paßfoto – am besten vom Fotografen. Achten Sie auf eine seriöse Erscheinung!

Das Foto sollte auf der Rückseite mit dem Namen des Bewerbers versehen sein und mit Fotoecken neben den persönlichen Daten am rechten Seitenrand angebracht werden.

 

Die persönlichen Daten

  • Vorname, Name
  • Anschrift
  • Telefon
  • Geburtsdatum, Geburtsort
  • eventuell Familienstand, Kinder

 

Ausbildungszeiten

können Sie ggf. gegliedern in:

  • Schulausbildung:
    Zeitraum – Schule, Ort, Abschluß
  • Berufsausbildung:
    Zeitraum – Ausbildungsbetrieb, Ort, Abschluß
  • Studium:
    Zeitraum – Hochschule, Ort, Studienfächer, Abschluß
    Erwähnen Sie eventuell das Thema der Abschlußarbeit, einen bekannten Professor o.ä.

Die Ausbildungszeiten können jedoch auch – vor allem bei längeren Lebensläufen – unter den Punkt „Ausbildung“ zusammengefaßt werden.

 

Der Wehr- oder Zivildienst kann in die Ausbildungszeiten chronologisch eingeordnet werden oder als separater Gliederungspunkt an diese angefügt werden.
Eine genaue Beschreibung der Tätigkeit und des Einsatzortes empfiehlt sich.

 

Beruflicher Werdegang

Zeitraum – Firma, Ort, Tätigkeit

Frischgebackene Hochschulabsolventen und Berufsanfänger können hier auch Tätigkeiten während der Semesterferien oder Praktika aufführen.

 

Weiterbildung

Zeitraum – Träger der Weiterbildungsmaßnahme (Schule o.ä.), Ort, die Art Ihrer Weiterbildung sowie die genaue Bezeichnung der Abschlüsse

Nicht jeder drückt während seiner Berufstätigkeit die „Schulbank“. Für Autodidakten empfiehlt es sich, ihre „nebenbei“ erworbenen Kenntnisse im folgenden Punkt aufzuführen:

 

Besondere Kenntnisse / Sonstiges

Hierhin gehören die

  • PC-Kenntnisse des Autodidakten (detailliert angeben) ebenso wie
  • Sprachkenntnisse (mit Grad ihrer Beherrschung),
  • Führerschein,
  • Schreibmaschinenkenntnisse und Stenographie,
  • alles was für die angestrebte Position von Nutzen sein kann ebenso wie
  • die Mitgliedschaft in berufsorientierten Vereinen und Organisationen.

Ort, Datum und Unterschrift werden handschriftlich unter den Lebenslauf gesetzt.

 

Und noch etwas …

Inwieweit ein Lebenslauf besser streng chronologisch oder eher thematisch – nach Oberbegriffen strukturiert – aufgebaut werden sollte, hängt vom Werdegang des Bewerbers ab:

Eine thematische Gliederung bietet sich vor allem an, wenn der Werdegang nicht geradlinig verlaufen ist oder wenn Sie kaum Berufspraxis vorweisen können.



Das Vorstellungsgespräch

Stellen Sie sich überzeugend dar

Sie haben die erste Hürde geschafft: Sie wurden zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Bereiten Sie sich auf das Gespräch gut vor, denn Sie wollen doch einen guten Eindruck hinterlassen.

  1. Achten Sie auf ein gepflegtes Äußeres!
  2. Organisieren und planen Sie Ihre Anfahrt: Seien Sie pünktlich!
  3. Kommen Sie nicht mit „leeren Händen“: Aktenkoffer oder Tasche, Notizblock oder Schreibmappe machen beim Gesprächspartner einen guten Eindruck.
  4. Informieren Sie sich über das Unternehmen:Mit Hilfe von Zeitungsartikeln, Unternehmensbroschüren oder der Industrie- und Handelskammer sollte es Ihnen gelingen, sich ein Bild des Unternehmens zu machen.
  5. Bereiten Sie sich inhaltlich auf das Gespräch vor!

 

Inhaltliche Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch

Welche Fragen sollten Sie im Vorstellungsgespräch beantworten können?

Darüber sollten Sie sich vorher Gedanken machen und sich Antworten zurechtlegen!

  1. Warum möchten Sie gerade bei uns anfangen?

  2. Wie sähe die optimale Stellenbeschreibung für Sie aus?

  3. Was reizt Sie an dieser Position?

  4. Was sind Ihre Stärken? –

Sie sollten sich einigermaßen realistisch einschätzen können!

  1. Was sind Ihre Schwächen? –

Ein paar Schwächen sollten Sie schon auf Lager haben!

  1. Warum wollen Sie Ihre bisherige Firma verlassen?

Vorsicht! Machen Sie nie Ihre alte Firma schlecht. Über Vorgesetzte und Kollegen herziehen wirft ein schlechtes Licht auf Sie!
Was Sie eher anführen sollten: Mangelnde Perspektiven, keine Aufstiegschancen, Sie wollen sich beruflich umorientieren, etwas Neues anfangen.

  1. Wie kommen Sie mit Ihren Vorgesetzten und Kollegen aus?
    Waren Sie Mitglied in einer Schüler- oder Studentenorganisation?
    Sind Sie Mitglied in einem Verein? Ehrenamtliche Tätigkeiten? Hobbies?

Engagement ist gefragt, ebenso Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit!
Erwähnen Sie ehrenamtliche Tätigkeiten!

  1. Warum haben Sie so oft gewechselt? Warum haben Sie noch nie gewechselt?

Bei Leuten, die noch nicht lange im Berufsleben stehen, wird ein „Ausprobieren“ eher toleriert. Zu viele Stellenwechsel in kurzen Abständen (d.h. deutlich unter fünf Jahren) fallen negativ auf: Warum hat der Bewerber so oft so schnell gewechselt? Welche Schwierigkeiten hat der Bewerber, mangelt es an Kompetenz, Zuverlässigkeit, Durchhaltevermögen?
Ältere Bewerber hingegen sammeln Minuspunkte, wenn sie zu lange – mehr als 10, 15 Jahre – in der gleichen Firma beschäftigt waren: Mangelnde Flexibilität oder Risikobereitschaft, geringer Lernwille und Ängstlichkeit wird ihnen dann unterstellt.
Optimal: fünf bis zehn Jahre in einer Firma, dann wechseln.

  1. Wie steht Ihr Partner / Ihre Partnerin zu Ihrer Bewerbung?

Das wird gerne gefragt, wenn die Bewerbung in einer anderen Stadt evtl. einen Umzug nötig macht oder viele Dienstreisen nöig sind.

  1. Leben Sie in einer festen Partnerschaft? Verheiratet? Wollen Sie heiraten? Was ist mit Kindern?

Bei männlichen Bewerbern selten eine Frage. Den Frauen trauen anscheinend manche Arbeitgeber auch heute noch nicht zu, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen!

 

Stellen Sie Ihrem Gesprächspartner Ihre Persönlichkeit, Ihre Leistungsmotivation und Ihre Kompetenz überzeugend dar.

Interessiert ist Ihr Gesprächspartner auch an Ihren analytischen Fähigkeiten, an ausgeprägter Anpassungs- und Teamfähigkeit, Lernbereitschaft, sicherem Auftreten und sprachlichem Ausdrucksvermögen / Kommunikationsfähigkeit.

© Juni 1997 Petra Grünendahl

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